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Mit der Errichtung der Kirche wollten Erbauer und Gestalter auf ein Christusbekenntnis der Urkirche hinweisen:
Wahrhaftig, das Geheimnis unseres Glaubens ist groß: Christus wurde offenbart im Fleisch, als der Heilige dargetan im Geist, geschaut von den Engeln, verkündet den Heiden,
geglaubt in der Welt, erhöht in Herrlichkeit. (lTim 3,16)
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Geschaut von den Engeln
Unter der Kirchendecke geht das Tauffenster in einen Fensterfries über; er führt in fast 20 Meter Länge zum Chorraum der Kirche.
In den Bildern sind zwei Aussagen über die Engel erkennbar: Engel sind “ganz Auge”, denn “sie schauen das Antlitz des Vaters, der im Himmel ist”,
Engel sind Boten Gottes. Darum die Flügelpaare, Zeichen der Bereitschaft für Gott. Die den Engel beigegebenen Symbole (Schwert, Szepter, Thron) sind Zeichen für die Herrschaft des Geistes in der Welt Gottes.
Wie in Feuerflammen erscheinen die Engel; sie sind ganz Bereitschaft, ganz Anbetung und Bewegung zum ewigen, alleinigen Gott hin.
Neun Chöre der Engel nennt die Heilige Schrift: Engel und Erzengel, Fürstentümer (Koll,16), Gewalten (IKor 15,24), Herrschaften (Eph 1,22), Mächte (Röm 8,38), Throne (Kol 1,16) Cherubim und Seraphim. In dieser
Reihenfolge sind in den einzelnen Fensterabschnitten die Engel dargestellt.
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Fensterfries Nord
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Verkündet den Heiden
Beginnend an der Apsiswand führt ein Bilderfries an der Nordwand in biblische Verkündigungs berichte ein. "Das Licht, das die Heiden erleuchtet" (Lk 2,32) und davor der siebenarmige Leuchter des Tempels
werden dargestellt.
Hieran schließen sich Stern und die Sterndeuter aus dem Osten (Mt 2.2 ff.) an. Im dritten Bild hört der Hauptmann von Karphanaum das Wort Jesu: "Die Heiden werden kommen und im
Himmelreich zu Tische sitzen" (Mt 8,5 ff.). Dem Bild ist die römische Standarte beigegeben. Es schließt sich eine Darstellung aus dem siebten Kapitel des Markusevangelium an. Im Gebiet von Tyros begegnet
Jesu einer Frau. Diese, von Geburt Syrophönizierin, war eine Heidin. Diese bittet für ihre schwerkranke Tochter. Jesus lehnt zunächst ab. Da sie aber einwendet: Auch für die Hunde unter dem Tisch fällt
etwas von dem Brot ab, das die Kinder essen", antwortet Jesus: "Weil du das gesagt hast, sage ich dir: Geh nach Hause, der Dämon hat deine Tochter verlassen" (Mk 7,3). Die Petruspredigt vor den
Heiden (Apg 10,44 ff.) zeigt das anschließender Bild: "Die gläubig gewordenen Juden, die mit Petrus gekommen waren, konnten es nicht fassen, daß auch auf die Heiden die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen
wurde. " Am Ende des Fensterbandes die Pauluspredigt auf dem Areopag in Athen (Apg 17,19 ff.) Paulus verkündet Christus vor dem Altar des unbekannten Gottes: "Was ihr verehrt, ohne es zu kennen, das
verkünde ich euch."
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Geglaubt in der Welt
An der Rückwand des Altarraumes greift das Backsteinmosaik in einer Größe von acht auf vierzehn Metern das Unterthema auf: "Christus, geglaubt im Kosmos, in der ganzen Weltenschöpfung." Das Bild gibt
Zeugnis vom "Wort, das Fleisch geworden ist". Christus in der Mandorla sitzt der Gemeinde Gottes als ihr Kyrios gegenüber. Umgeben von zwei Cherubim ruft er die Menschen zum Gottesdienst und in seinen
Dienst für die Menschen.
Erhöht in Herrlichkeit
Der Hymnus aus dem ersten Timotheusbrief schließt ab mit dem Satz: "ER (Christus) ist erhöht in Herrlichkeit. Der im schlichten Grau gehaltene Altarstein, der "Tisch des Herrn", stellt symbolisch
Christus dar. Von im sagt die Heilige Schrift, er sei der lebensspendende Fels, aus dem die Gläubigen trinken (lKor 10,4), der lebendige Stein (IPetr 2,4), der Eck- und Schlußstein (IPetr 2,7; Eph 2,20).
Die vier Wesen, die in der Offenbarung des Johannes genannt werden (Offb 4,6 f.), bilden die "Hörner des Altares". In ihnen lebt die Erinnerung an die alten vier Tierkreiszeichen der vier Himmelsrichtungen
weiter. Sie sind zugleich die Sternbilder in der Mitte der vier Jahreszeiten. In der Kirche sind sie die Symbole für die vier Evangelisten. Das, was auf dem Altar gefeiert wird, ist gedeutet und getragen vom Wort,
das die Evangelisten überlieferten:
Mensch für Matthäus: sein Evangelium beginnt mit dem Stammbaum J esu Christi Löwe für Markus: sein Evangelium beginnt mit der Stimme des Rufers in der Wüste Stier für Lukas: sein Evangelium beginnt mit
dem Opfer des Zacharias im Tempel Adler für Johannes: sein Evangelium gleicht dem Flug des Adlers und beginnt mit der Unendlichkeit Gottes
Die Tabernakel-Stele
An der Rückseite des Chorraumes befindet sich die Sakramentenstele, in die der Tabernakel eingearbeitet wurde. In ihm werden die konsekrierten eucharistischen Gaben aufbewahrt, insbesondere um den Kranken und
Sterbenden jederzeit gereicht werden zu können. Das Ewige Licht in der Stele weist auf die Eucharistischen Gaben hin.
Der Tabernakel, der ursprünglich auf dem Altar angebracht war, zeigt Motive des 21. Kapitel der Geheimen Offenbarung: "Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen; ...
im Osten hat die Stadt drei Tore und im Norden drei Tore und im Süden drei Tore und im Westen drei Tore; die Grundsteine der Stadtmauer sind mit edlen Steinen aller Art geschmückt". Das Lamm auf der
Tabernakeltüre, Symbol für die Hingabe Gottes in Jesus Christus, verwaltet die Geheimnisse Gottes. Selig werden in der Heiligen Schrift die gepriesen, die zum Hochzeitsmahl des Lammes geladen sind.
Der Ambo
Der Ambo ist der zentrale Ort für die Verlesung des Heiligen Schrift und auch für deren Auslegung in der Predigt. Zwei biblische Gestalten sollen darauf hinweisen: Der Prophet Jesaia hebt als adventlicher
Hinweiser auf den verheißenen Messias die Schriftrolle des Alten Bundes in die Höhe; Johannes der Täufer trägt das Buch des Neuen Bundes.
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Die Werktagskapelle
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Die Seitenkapelle
Die Seitenkapelle ist in ihrer Gestaltung Maria, der Mutter Jesu, gewidmet. Der Raum ist zugleich Beichtkapelle. Das Glasbetonfenster ist deshalb in der dunkelvioletten Farbe der Buße und der Umkehr gehalten. Von
der linken Seite aus gesehen, folgen die eingepaßten Symbole den Ereignissen von Geburt und Kindheit Jesu. Der Taube als Zeichen der geistgewirkten Empfängnis folgt das Namensmonogramm Marias, zugleich dargestellt
als Pforte des Himmels, durch die ihr Sohn in die Welt kam. Es folgen der Stern von Bethlehem und die Krippe mit dem Kind, "das in Windeln gewickelt" (Lk 2,12) ist. In den Gaben der Sterndeuter Krone (für
Gold), Weihrauch und Kreuz (für Myrrhe) wird ausgesagt, was wir Christen Gott schenken sollen: das Gold unserer Liebe, den Weihrauch unserer Anbetung und das Kreuz unseres in Christus getragenen Leidens. Weiter
zeigt das Fenster das Festgeheimnis der Darstellung Jesu im Tempel (2. Februar):
das Taubenpaar, mit dem nach jüdischen Brauch die Erstgeburt im Tempel ausgelöst wurde, das Schwert, das nach der Verheißung des Simeon die Seele Marias durchdringen wird,
und das Licht mit dem Christusmonogramm (IHS), das" die Heiden erleuchtet" (Lk 2,32).
Der Wandteppich ist die bildliche Darstellung des zwölften Kapitels der Geheimen Offenbarung: "Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen
und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt". Hier wird verschlüsselt die Gefährdung des jungen Christentums durch die Verfolgungen unter Domitian (römischer Kaiser 81-96) beschrieben und gilt für das
Schicksal des Gottesvolkes des Neuen Bundes für seinen Weg durch die Zeit. "Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte; er wollte ihr Kind verschlingen, sobald es geboren war. Und sie gebar ein Kind,
einen Sohn, der über alle Völker mit eisernem Szepter herrschen wird. Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt. Die Frau aber floh in die Wüste, wo Gott ihr einen Zufluchtsort geschaffen
hatte;".
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Künstlerische Gestaltung
Wilhelm Frank
Professor Wilhelm Geyer
Elisabeth Geyer
Josef Henger
Hubert Deininger
Wilhelm Derix
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Architektur
Entwürfe der Fenster, der Altarrückwand und des Wandteppichs
Ausführung des Wandteppichs
Altar, Sakramentsstele einschließlich Tabernakel, Ambo, Vortragskreuz, Sedilien, Taufstein, Mariensäule am Portal, Konsole für die Marienfigur im Inneren, Kreuzweg, zwei Weihwasserbecken.
Ausführung der Bleiverglasungen
Ausführung der Betonverglasung
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Die Marienkirche verdankt ihre Entstehung vor allem dem damaligen Stadtpfarrer Eduard Hampf.
Der schönste Schmuck der Kirche indes ist die Gottesdienst feiernde Gemeinde und jeder, der sich hier betend und betrachtend dem geoffenbarten Geheimnis Gottes zu nähern sucht.
Im Januar 2002
KGD
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Die Orgel
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Am Fest Mariae Verkündigung, dem 25. März 1995, wurde die Orgel eingeweiht. Sie ersetzte eine von vornherein als Provisorium gedachte, 1964 angeschaffte Kleinorgel. Als diese nach mehr als 30 Jahren
immer häufiger in ihrer Funktion gestört war, wurde der Wunsch nach einem den liturgischen und musikalischen Bedürfnissen adäquaten Instrumentes immer drängender. Nach intensiver Diskussion
entschied der Kirchengemeinderat nach Anhörung der Gemeinde und der bischöflichen Orgelexperten 1992, ein neues Instrument anzuschaffen. Den Auftrag hierfür erhielt der Orgelbaumeister Peter Plum aus
Marbach am Neckar.
Unter dem Sachverstand des Domorganisten und Orgelsachverständigen Wolfram Rehfeld entstand nach dem System der mechanischen Schleiflade eine Pfeifenorgel als dreimanualige Anlage. In vier Werken sind in
25 Registern 1.698 Pfeifen eingebaut.
Disposition: Wolfram Rehfeld, bischöflicher Orgelsachverständiger und Domorganist, Rottenburg a.N.
Entwurf, Anfertigung, Intonation: Orgelbau Peter Plum, Marbach am Neckar
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