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Predigten aus dem Jahr 2008

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18.02.2007

FASTNACHTSPREDIGT Lk 6, 27-38

 

11.2.2007

ANDERS ALS MAN DENKT 6. Sonntag C  Lk 6,20-26

 

Die Heilige Woche:

 

Palmsonntag 2007

 

 

Gründonnerstag 2007

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Karfreitag 2007

 

 

Ostersonntag 2007

 

 

Ostermontag 2007

 

Sonntage der Osterzeit:

29.4.2007

4. Sonntag der Osterzeit C

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6.5.2007

5. Sonntag der Osterzeit C

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13.5.2007

MARIA, WIR BEWUNDERN DICH

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Zum 800. Geburtstag der hl. Elisabeth von Thüringen:

24.6.2007

IM GLÜCK DER LIEBE

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01.7.2007

IM DIENST DER LIEBE

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08.7.2007

IM BLICK DER LIEBE

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Sonntage im Jahreskreis:

17.6.2007

11. Sonntag C WANN, WOZU UND WIEVIEL VERGEBEN?

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15.7.2007

15. Sonntag C DIE CHRISTENHEIT ALS BARMHERZIGER SAMARITAN

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29.07.2007

ABRAHAM, VATER DES GLAUBENS Gen 12,1-7 

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19.08.2007

20. Sonntag C FEUER FANGEN Lk 12,49-53

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26.08.2007

21. Sonntag C FÜR ALLE, ABER NICHT FÜR JEDEN
Lk 13,22-30

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02.09.2007

22. Sonntag C HABEN WIR EIN KASTENPROBLEM?
Lk 14, 1.7-14

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09.09.2007

23. Sonntag C
DER UNTERSCHIED ZWISCHEN GUT UND VOLLKOMMEN Lk 14,25-33

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16.09.2007

24. Sonntag C VERLOREN UND WIEDER DA
Lk 15,11-32

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07.10.2007

27. Sonntag C KEIN TARIFVERTRAG MIT GOTT ?
Lk 17, 7-10

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14.10.2007

WO IST DAS REICH GOTTES ? Lk 17,20 f.

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28.10.2007

DER MISSIONSAUFTRAG   Lk 9,1-6

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11.11.2007

IST HILFE PFLICHT? Mt 25,31-46

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18.11.2007

33. Sonntag C - WIRD DAS SCHICKSAL DES TEMPELS DAS DER KIRCHE?  Lk 21,5-8

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09.12.2007

2. Adventssonntag A - BEREITET DEM HERRN DEN WEG! Mt 3,1-12

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16.12.2007

3. Adventssonntag A - MICROREALISATION
Mt 11,2-11

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23.12.2007

4. Adventssonntag  DAVIDS SOHN – JOSEFS SOHN – GOTTES SOHN   Mt 1,18-24

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Weihnachten 2007

DER EINFLUSS

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26.12.2007

Stefanstag  WO DAS FALSCHE NÄHER LIEGT ALS DAS RICHTIGE   Apg 6,8-10; 7,54-60 / Mt 10,17-22

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FASTNACHTSPREDIGT

Liebe Christen und Christinen,
alle, die ihr seid erschienen,
während andre fastnachtstrunken
eben erst ins Bett gesunken.
Doch auch wir an Fasnacht können
uns ein kleines Extra gönnen,
und so wird die heut' ge Predigt
ganz in Vers und Reim erledigt.

Nicht mit Dreck will ich zwar werfen,
aber schon ein bisschen nerven,
ungenervt darf der nicht bleiben,
dem man etwas will verschreiben.
Und verschrieben wird uns allen,
will es uns auch nicht gefallen,
dass wir, einzeln und Gemeinde,
lieben müssen unsre Feinde.

O wie sehr wir uns doch winden
und aus hunderten von Gründen
dies für undurchführbar halten.
Wie die Jungen, so die Alten
haben ihre Psychologen,
die der Sache nicht gewogen
und sich alle Leute loben,
die am Feinde aus sich toben.

Aggressionen auszuleben,
ja nicht etwas zu vergeben,
schulde man dem Seelenwohle,
sagen sie für sehr viel Kohle,
Feindbild: jeder Mensch hat eines,
hast du kein's , dann nimm halt meines,
selig ist, wer immer hatte
irgend jemand auf der Latte.

Wer mir einmal blöd gekommen,
wer daneben sich benommen,
wer mich einen Depp geheißen,
um mein Geld mich tat bescheißen,
dem soll ich verzeihen müssen,
dem soll ich die Hände küssen,
für den soll ich auch noch beten,
statt ihm eine reinzukneten ?

Soll ich dem denn Brücken bauen,
ihn nicht ordentlich verhauen,
der mir in die Suppe spuckte,
sich in meine Frau verguckte,
oder diese Pappenheimer,
die statt in den Kuttereimer
alles werfen auf die Straße -
o wie ich die Ferkel hasse!

Lieber Heiland, dass das klar ist
und so wahr du doch mein Freund bist:
So weit gehen mir mitnichten
meine ganzen Christenpflichten,
dass ich diesen Schwachsinn mache;
da ist Feuer unter' m Dache,
willst du ernsthaft mir verbieten,
meine Feinde umzunieten.

Ich zahl' meine Kirchensteuer,
kommt sie mir auch etwas teuer,
ich tu Gutes, geh zur Messe,
stärk im Kirchenchor die Bässe;
dass die Kranken ich besuche,
eine Heilig-Land-Fahrt buche,
das ist für mich selbstverständlich,
und das weißt du, denn du kennst mich.

Nur sollst du's nicht übertreiben
und hübsch auf dem Teppich bleiben:
Nächstenliebe, gut, in Ehren,
doch du musst auch Grenzen lehren!
Ich lass vieles mir gefallen,
aber doch nicht gleich von allen,
den, der' s mit mir hat verschissen,
will ich nicht noch lieben müssen.

Plötzlich zupft mich wer am Ohre,
mit den Heiligen im Chore
Christus selber kommt zu Worte
hier an diesem heil' gen Orte:
Komm mal her, du Oberg'scheiter,
der, in seinem Ego leider
wieder einmal ganz gefangen,
merkt nicht, worum mir' s gegangen.

Dass du ordentlich dich aufführst,
Geld zum Fenster nicht hinauswirfst,
dass du nett zu deiner Frau bist
und die Wurst nicht ohne Brot isst,
dass du nie ein Auto rammtest
und ein bisschen ehrenamtest:
all dies sei dir unbenommen
und ist dir doch gut bekommen.

Mehr hast du wohl nicht zu bieten,
meinst, ich sei damit zufrieden,
dass du weiter bist nicht schädlich,
gegen niemand wurdest tätlich!
Höh'res hat du nicht im Sinne,
wo so gern ich doch gewinne
Menschen, die nicht halbe Sachen,
sondern mit mir ganze machen.

Weißt du noch: der reiche Jüngling,
wie der kam und wieder wegging,
weil ich sagte: Wirklich Große
kleben nicht an ihrem Moose,
halten nicht bloß die Gebote,
sondern zeigen bis zum Tode,
bis sie selber sich versetzten,
dass sie gehen bis zum Letzten.

Also, willst du dich noch steigern,
darfst du keinem Feind verweigern,
was als Großer du ihm schuldest:
dass du ihn erträgst und duldest,
dass du nicht vergiltst das Böse,
sondern ohne viel Getöse
einfach suchst die dir entgegen
umzulieben statt zu -legen.

So die Botschaft ist gesichtet,
die an uns ist heut gerichtet.
Wohl dem, der sich auf kann schwingen,
über seinen Schatten springen,
und die Kraft hat zu vergeben.
Wer macht's vor? Hoch soll er leben!
Nun, ihr Herren und ihr Damen,
ich hör auf, und ihr sagt: Amen.

 

 

 

 

ANDERS ALS MAN DENKT

Denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Auch das also eine biblische Lehre; nett formuliert wird so der Pendelausschlag von der einen zur anderen Seite, der immer einzukalkulierende Wechsel von Plus nach Minus und von Minus nach Plus. Je ärmer, desto reicher, je trauriger, desto fröhlicher, je benachteiligter, desto bevorzugter - und umgekehrt: je mehr Oberwasser, desto schlechtere Karten, je dickeres Polster, desto weniger in Händen, je lustiger, desto betrübter. Es bleibt nichts, wie es ist. Ende gut, alles gut, heißt es bei Gott.

Also gilt es, auf das zu setzen, was am Schluss herauskommen soll. Wer jetzt fein heraus ist, ist noch lange nicht in Ewigkeit fein heraus.

Wir treffen Altersvorsorge, und dagegen ist nichts zu sagen. Jesus erwartet zwar, dass wir uns mit unseren Sorgen ganz in die Hände unseres himmlischen Vaters geben, aber dass wir deswegen das Schicksal leichtsinnig herausfordern, ist nicht in seinem Sinne. Der kluge Mann baut vor, die kluge Frau tut es auch. Gegen die Risiken des Alters trifft man Vorsorge.

Und doch ist selbst das kurzsichtig. Wer wirklich langfristig denkt, müsste Jenseitsvorsorge treffen und nicht bloß Altersvorsorge. "Selig die Armen, denn euch gehört das Reich Gottes." Sich mit vollen Händen in ein Pflegeheim auf Erden einzukaufen ist das eine, sich aus leeren Händen nichts zu machen, weil sie eines Tages von Gott jesusmäßig gefüllt werden, ist das andere.

Es ist mit den anderen Seligpreisungen ganz genauso. In einen satten Menschen passt nichts mehr hinein, in einen hungernden sehr wohl. Die Erwartung des Hungernden, dass auch er einmal so richtig satt wird, findet ihre Erfüllung. Der Satte wird das, was ihn auf Erden satt gemacht hat, im Himmel nicht mehr vorfinden. Da gibt' s ganz andere Befriedigungen, für die er indisponiert ist, weil er sich aus ihnen nie etwas gemacht hat. Jedes verschenkte Stück Brot ist langfristigere Vorsorge als jedes gegessene Stück Brot.

Kein Haar anders ist es mit den Trauernden und den Verächtlichgemachten, bei den Trauernden die Schwermütigen nicht zu vergessen, bei den Verächtlichgemachten die Diskriminierten. Die Tatsache ihrer Benachteiligung reizt Gott, das auszugleichen, spätestens im Jenseits, wo es nichts Depressivmachendes und nichts Herabsetzendes mehr gibt. Wer einmal unten durch ist, kommt nicht mehr hoch, denken wir. Im Evangelium steht: Denn erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.

Recht so, möchten wir am liebsten sagen, wenn wir diese Seligpreisungen hören. Denn mehrheitlich gehören wir zu den Dummen, mit denen man die Welt umtreibt, zu denen, die eher einstecken als austeilen, die auf manches verzichten müssen, was andere haben.

Nun liegen uns aber heute die Seligpreisungen in einer Fassung vor, die uns weniger geläufig ist als die Seligpreisungen im Matthäus-Evangelium. Dass bei Lukas nur vier Seligpreisungen stehen, irritiert uns nicht; die Tendenz der Seligpreisungen wird auch schon mit vier Beispielen klar. Aber dass da vier Weherufe auf die vier Seligpreisungen folgen, das irritiert uns.
Warum müssen die Reichen ihren Reichtum büßen, die Fröhlichen ihre Fröhlichkeit, die Satten ihre Saturiertheit, die oben auf, dass sie nicht unten durch sind? Es ist uns peinlich, dass Jesus mit Drohungen arbeitet. Reiche sind doch nicht alles Ausbeuter, Lachende lachen doch nicht einfach andere aus, Erfolgreiche haben doch nicht unbedingt andere niedergemacht! Wird dem Menschen Glück zu haben nicht gegönnt? Wer hat/s denn gegeben, wenn nicht Gott?

Frage: Wie haben wir eigentlich das Wort Jesu zu verstehen: "Die Ersten werden die Letzten sein und die Letzten die Ersten" (Lk 13,30)? Warum kann das zu einem Wehe werden? Vergünstigungen gewährt Gott doch bestimmt nicht, um sie uns hinterher um die Ohren zu schlagen!

Des Rätsels Lösung liegt in unserem eigenen Gebrauch des "Wehe". Weh dir, wenn du die Schule schwänzt, weh dir, wenn du bei Rot über die Ampel gehst, weh dir, wenn du deine Tabletten nicht nimmst: das sind doch keine Vorverurteilungen, sondern Warnungen.

Jesus vermaledeit die Reichen nicht, sondern gibt ihnen den wohlmeinenden Rat, ihr Kapital nicht nach Liechtenstein, sondern in Gestalt von guten Werken ins Jenseits zu transferieren. Jesus verwünscht nicht die zu einem Spaß Aufgelegten, die glatten Nudeln, die immer Gutgelaunten, als ob das nicht eine Gabe, sondern Sünde wäre, so zu sein, vielmehr will er sagen: Passt auf, dass ihr das Leben nicht verblödelt! Immer im Auge behalten: Wer zuletzt lacht, lacht am besten.

Um die Seligpreisungen sowohl als auch die Weherufe auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen: Ja nicht davon ausgehen, dass das, was jetzt ist, für immer so bleibt. Denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Es gibt eine ausgleichende Gerechtigkeit. Drum verzweifelt nicht, wenn´s auch schlecht geht, und sammelt euch, wenn´ s euch gut geht, Schätze im Himmel, die bleiben.

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